{"id":55814,"date":"2023-12-12T17:19:44","date_gmt":"2023-12-12T16:19:44","guid":{"rendered":"https:\/\/biooekonomie.uni-greifswald.de\/?p=55814"},"modified":"2023-12-13T17:21:27","modified_gmt":"2023-12-13T16:21:27","slug":"es-geht-nicht-nur-um-neubau-lokale-best-practice-beispiele-zum-nachhaltigen-bauen-und-sanieren-in-greifswald-7-12-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/biooekonomie.uni-greifswald.de\/en\/2023\/12\/12\/es-geht-nicht-nur-um-neubau-lokale-best-practice-beispiele-zum-nachhaltigen-bauen-und-sanieren-in-greifswald-7-12-2023\/","title":{"rendered":"Es geht nicht nur um Neubau. Lokale Best-Practice-Beispiele zum nachhaltigen Bauen und Sanieren in Greifswald (7.12.2023)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><div class=\"vc_row wpb_row vc_row-fluid\"><div class=\"wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"vc_row wpb_row vc_inner vc_row-fluid\"><div class=\"wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12\"><div class=\"vc_column-inner vc_custom_1591696659725\"><div class=\"wpb_wrapper\"><h3 style=\"text-align: left\" class=\"vc_custom_heading vc_do_custom_heading\" >Es geht nicht nur um Neubau. Lokale Best-Practice-Beispiele zum nachhaltigen Bauen und Sanieren in Greifswald (7.12.2023)<\/h3><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\t<div class=\"wpb_text_column wpb_content_element  vc_custom_1702484449544\" >\n\t\t<div class=\"wpb_wrapper\">\n\t\t\t<div class=\"abstract\">\n<p>Wann ist ein Neubau notwendig und wie k\u00f6nnen die bereits vorhandenen Geb\u00e4ude schrittweise nachhaltig verbessert werden? W\u00e4hrend der von Ralf Lammertz, als Architekt f\u00fcr die Projektgesellschaft Stadt Greifswald mbH t\u00e4tig, gef\u00fchrten Exkursion konnten sich die Teilnehmenden an drei Bauorten in der Stadt \u00fcber die Greifswalder Vorgehensweise informieren. Am sanierungsbed\u00fcrftigen Geb\u00e4ude in der Gau\u00dfstra\u00dfe zeigte sich, wie Kompromisse zwischen Barrierefreiheit, Wohnkomfort und \u00d6kologie gefunden werden k\u00f6nnen: B\u00e4der und Balkons bleiben klein, Aufz\u00fcge werden erg\u00e4nzt, nach Norden ausgerichtete Erdgeschossr\u00e4ume werden zu Abstellr\u00e4umen umgewandelt, eine Photovoltaikanlage wird \u00fcber ein Mieterstrommodel f\u00fcr die Mieter attraktiv, Schwalbennester kommen dazu, B\u00e4ume werden als Schallschutzw\u00e4lle und zur Schaffung von Kleinzonen genutzt.<\/p>\n<p>Hingegen wurden beim 70er-Jahre-Plattenbau in der Stilower Wende und im Ostseeviertel \/ Ryckseite die Entscheidungen zugunsten von Abriss und Neubau getroffen. Ein Schwachpunkt des bisherigen Geb\u00e4udekomplexes im Ostseeviertel war, dass das Wasser im Au\u00dfenbereich nicht versickern konnte, sondern in den Ryck geleitet wurde, w\u00e4hrend gleichzeitig die Bepflanzung vertrocknete. Nun soll ein Schwammstadtprinzip umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Diese Aspekte vertiefte Ralf Lammertz im weiteren Verlauf des Themennachmittags. Er konzentrierte sich auf den Massenwohnungsbau und betonte die Verwendung regionaler nachwachsender Rohstoffe, zeitgem\u00e4\u00dfe Heiz- und Energiekonzepte, neue Mobilit\u00e4tsvorhaben f\u00fcr Carsharing, Fahrr\u00e4der, E-bikes, Lastenr\u00e4der und E-Autos, das Schwammstadtprinzip und die Notwendigkeit von Kompromissen, um preislich konkurrenzf\u00e4hig zu sein. Zus\u00e4tzlich zu den w\u00e4hrend der Exkursion gezeigten Beispielen skizzierte er auch das Neubauvorhaben in der Makarenkostra\u00dfe, bei dessen 2- bis 3-geschossigen Hofh\u00e4usern Paludimaterialien eingesetzt werden sollen.<\/p>\n<p>Ganz anschaulich wurde es auch bei Dirk Niehaus, Wirtschaftsingenieur und Sachverst\u00e4ndiger f\u00fcr \u00f6kologisches Bauen sowie treibende Kraft hinter der Ausstellung FAKTOR WOHNEN. Die von ihm vorgestellten Baumaterialien aus Hanf, Schilf, Stroh und Kork haben alle eine bauaufsichtliche Zulassung. Bei Brandtests zeigt sich, dass Zellulose und Holzweichfaser einen hohen Feuerwiderstand aufweisen, der sogar gr\u00f6\u00dfer ist als bei herk\u00f6mmlichen Materialien. Auch bauphysikalisch sind sie als W\u00e4rmed\u00e4mmstoffe von Vorteil. Denn bei nachwachsenden Rohstoffen ist die kapillare Leitf\u00e4higkeit sehr gut und die entsprechend schnelle und gro\u00dffl\u00e4chige Verteilung der Feuchtigkeit mit anschlie\u00dfendem Verdunsten verhindert Feuchtigkeitssch\u00e4den.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Stadt Greifswald beschrieb Martin Stiller, Ansprechperson f\u00fcr Nachhaltiges Bauen im Immobilienverwaltungsamt der Stadt Greifswald, die Entwicklungen seit die B\u00fcrgerschaft 2009 eine 30%-ige Reduktion des Energiebedarfs gefordert hat. Die daraufhin entwickelte Richtlinie umfasst die drei Nachhaltigkeitss\u00e4ulen \u00d6konomie, \u00d6kologie und Soziales und strebt Zertifizierungen durch die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Nachhaltiges Bauen (DGNB) an. Das erste hiesige Pilotprojekt mit einer DGNB-Gold-Zertifizierung ist die K\u00e4the-Kollwitz-Grundschule. Das zweite Pilotprojekt ist die Gesamtschule Erwin Fischer mit einer DGNB-Silber-Zertifizierung. Dazu geh\u00f6rt ein nachhaltiges Materialkonzept, beispielsweise in Hinblick auf die Innenraumlufthygiene und die Qualit\u00e4t der Bauausf\u00fchrung. Zu den soziokulturellen Qualit\u00e4ten z\u00e4hlen ein Atrium und eine \u00d6ffnung hin zum Wohnquartier. Die Zertifizierungen sind zwar kostenaufwendig, verdeutlichen aber den eigenen Anspruch und das qualit\u00e4tsvolle Vorgehen nach au\u00dfen.<\/p>\n<p>Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt stellte in seinem Beitrag die Frage in den Mittelpunkt, wie Ein- und Zweifamilienhausbesitzer davon \u00fcberzeugt werden k\u00f6nnen, nachhaltig zu sanieren. Da Ein- und Zweifamilienh\u00e4user 64% der Energie des Gesamtwohngeb\u00e4udebestandes verbrauchen, k\u00f6nnen sie einen gro\u00dfen Beitrag leisten. So sollten bei einer Sanierung m\u00f6glichst recyclingf\u00e4hige Konstruktionen, wie Fassaden aus alten Eichenbalken, Schaumglasschotter als D\u00e4mmung, gebrauchte Fliesen, etc. genutzt und gleichzeitig darauf geachtet werden, Werkstoffe nicht zu verkleben, damit sie sp\u00e4ter getrennt voneinander weiterverwendet werden k\u00f6nnen. Wenn Bauherren die in den folgenden Jahren eintretende Kostenersparnis mitbedenken, brauchen sie bei Angeboten mit nachhaltigen Materialien nicht mehr nerv\u00f6s werden.<\/p>\n<p>Die abschlie\u00dfende Diskussion verdeutlichte einmal mehr, dass zum einen Argumentationshilfen f\u00fcr regionale Baustoffe f\u00fcr Personen, die damit noch nicht vertraut sind, ben\u00f6tigt werden, und dass zum anderen \u00f6ffentliche Ausschreibungen st\u00e4rker auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir als Plant\u00b3-B\u00fcndnis tun? Wir k\u00f6nnen uns f\u00fcr eine bessere Sichtbarkeit engagieren, um neue Perspektiven in die \u00d6ffentlichkeit und zu den Landwirten zu tragen.<\/p>\n<p>Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden und den Vortragenden f\u00fcr die Beitr\u00e4ge und die lebhafte Diskussion!<\/p>\n<\/div>\n\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es geht nicht nur um Neubau. 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