Die nachhaltige Entwicklung regionaler Wertschöpfungssysteme der Bioökonomie erfordert ein umfassendes Verständnis ihrer ökologischen, ökonomischen und sozialen Wirkungen im Einklang mit den identifizierten Querschnittsthemen (insbes. der tatsächlichen Wirkungen des lokalisierten bzw. realistischerweise lokalisierbaren Teils des Wertschöpfungssystems in der Region). Der vorliegende Leitfaden bietet einen strukturierten Ansatz, um die Zusammensetzung des Wertschöpfungssystems mit den zugehörigen Akteuren zu identifizieren, Informationen systematisch zu erfassen, Nachhaltigkeitsaspekte zu bewerten und daraus Handlungsempfehlungen für einen nachhaltigen regionalen Strukturwandel abzuleiten. Diese Vorgehensweise bildet ein inhaltliches Gerüst, auf dessen Grundlage zahlreiche Methoden miteinander kombiniert werden können.
Der Leitfaden soll dabei als Orientierung dienen und kann flexibel an die spezifischen Anforderungen, Rahmenbedingungen und Zielsetzungen unterschiedlicher Regionen und Wertschöpfungssysteme angepasst werden. Es ist somit nicht zwingend notwendig, die hier beschriebene Vorgehensweise unverändert und im Detail in jeder Region und für jedes Wertschöpfungssystem abzuarbeiten. Insbesondere der Austausch mit Expert*innen und lokalen Akteuren im Rahmen der Vorabgespräche kann dazu beitragen, den Leitfaden an die Anforderungen unterschiedlicher Regionen und Wertschöpfungssysteme anzupassen.
Die Nachhaltigkeitsbewertung ist kein einmaliger Prozess, sondern sollte geprägt sein von einem langfristigen Austausch, der zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Bioökonomieregion führt. Die Einbindung unterschiedlicher Perspektiven sowie die regelmäßige Reflexion von Entwicklungen und Herausforderungen können dazu beitragen, Transformationsprozesse integriert und inklusiv zu gestalten und die Nachhaltigkeit bioökonomischer Wertschöpfungssysteme langfristig auszubauen.
In diesem Leitfaden wurde ein Fokus auf die Bewertung der regionalen Nachhaltigkeitswirkungen der Bioökonomie gelegt und der dadurch ausgelöste regionale Strukturwandel in den Blick genommen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die globalen Implikationen der bioökonomischen Transformation aus dem Blick geraten sollten – beispielsweise bei der Bekämpfung des Klimawandels, der Biodiversitätskrise oder der Degradierung von Ökosystemen (insbes. Böden und hydrologische Systeme). Eine nachhaltige bioökonomische Transformation ist nur durch eine nachhaltige Entwicklung auf allen Maßstabsebenen erreichbar.
